Detail image
Left

Right
Location

Game Reserve, SA

Time

15:37

Aperture

f/6.3

Timer

1/800sek

Zoom

105mm

ISO

160

King


Der Löwe (Panthera leo) ist neben dem Tiger eine der beiden größten Arten aus der Familie der Katzen. Er ist heute nur noch in Teilen Afrikas südlich der Sahara sowie im indischen Bundesstaat Gujarat beheimatet; in Afrika ist er das größte Landraubtier. Charakteristisches Merkmal erwachsener Männchen ist eine Mähne. Im Gegensatz zu anderen, eher einzelgängerischen Großkatzen leben Löwen im Rudel. Ein solches Rudel besteht zumeist aus drei bis zehn untereinander verwandten Weibchen und deren Nachkommen, die von einer sogenannten „Koalition“ aus einigen erwachsenen Männchen gegen rudelfremde Männchen verteidigt werden. Für gewöhnlich gibt es in einem Rudel drei oder vier erwachsene Männchen, selten nur eines. Diese Männchen sind in der Regel (aber nicht immer) miteinander verwandt, sie stehen in der Rangordnung über den Weibchen.

Löwen weisen unter anderem hinsichtlich ihrer Körpergröße einen deutlichen Sexualdimorphismus auf: Männchen sind durchschnittlich größer und schwerer, sie erreichen Kopf-Rumpf-Länge von durchschnittlich etwa 170 bis 190 cm und Gewichte von 150 bis 250 kg. Weibchen erreichen Kopf-Rumpf-Längen von etwa 122 bis 192 cm und wiegen zumeist 110 bis 192 kg.

Löwen jagen meist bei Dunkelheit oder in den kühlen Morgenstunden. Sie sind opportunistische Jäger, die zumeist diejenigen Tiere erbeuten, die gerade verfügbar sind. Zu den Beutetieren gehören vor allem mittelgroße und große Huftiere wie Antilopen, Gazellen, Gnus, Büffel, Zebras und Warzenschweine, auch domestizierte Huftiere wie Hausrinder und Esel, aber auch Raubtiere wie Hyänen und Schakale sowie kleinere Säugetiere wie Hasen und Nagetiere, außerdem Vögel wie Geier und Strauße und manchmal Reptilien wie Schildkröten und Krokodile sowie Fische und sogar Insekten.

Das Bild konnte ich in den frühen Morgenstunden der letzten Safari um etwa 6:34 Uhr aufnehmen, nachdem die Sonne gerade aufgegangen war. Das ältere Männchen war noch am vergangenen Abend in der Nähe gesichtet worden und so fuhren wir mit dem Jeep den schmalen Weg entlang, der nur aus den Reifenspuren vorheriger Wagen bestand, und hielten Ausschau.

Auch wenn man mit Afrika immer Hitze verbindet, war es zu diesem Zeitpunkt am morgen höchstens 8°C und der Fahrtwind blies uns die kalte Luft der Nacht ins Gesicht. Mit Ponchos ausgestattet bahnten wir uns den Weg durch das Dickicht, als plötzlich direkt vor uns eine Lichtung erschien.

Der Ranger brachte den Jeep zum Stehen und signalisierte uns mit einer Fingergeste, dass sich etwas in seiner gezeigten Richtung befinde. Gut versteckt hinter einem der vielen Sträucher lag der männliche Löwe, der von den Rangern Ingonyama genannt wurde. Der Name stammt aus der Sprache der Zulu, einer alten ethnischen Volksgruppe Südafrikas, und beutetet übersetzt Löwe. Mit seinen 14 Jahren übertraf Ingonyama sogar die durchschnittliche Lebenserfahrung von 12 Jahren für Löwen in freier Wildbahn und war damit mit Abstand das älteste Tier des Rudels. Wie uns der Ranger erzählte, war das Männchen am Tag zuvor von den anderen beiden Weibchen verjagt worden, da er wohl versucht hatte, eines der Jungtiere der Weibchen anzugreifen. Männlichen Löwen werden regelmäßig dabei beobachtet, wie sie die Junge von Weibchen töten, die sie selber nicht gezeugt haben, damit das Weibchen sich danach mit ihnen paart.

Jetzt auf sich alleine gestellt, lag der Löwe entspannt in einem Gebüsch und genoss die wärmenden Strahlen der Morgensonne. Als wir weiterfuhren, bekam der Ranger auf seinem Funkgerät die Nachricht eines anderen Rangers, dass dieser nur etwa 100m weiter aufgrund eines platten Reifens liegen geblieben sei und Hilfe benötige. Am Ort des Geschehens angekommen, stand der andere Jeep leicht abseits des Weges geparkt und der Ranger winkte uns zu.

Zu zweit holten die beiden Guides Wagenheber und Radkreuz aus dem Kofferraum des Jeeps und begannen damit, den platten Reifen zu demontieren. Da zu diesem Zeitpunkt niemand mehr Sicht auf den Löwen hatte, war die Situation trotz der guten Stimmung der Ranger leicht angespannt und es wurden zwei Leute ausgewählt, die am Weg Wache halten mussten. Der Reifen war schnell gewechselt und wir waren gerade dabei wieder aufzubrechen, als aus der anderen Richtung zwei Männer in einem alten, verbeulten Pickup mit Anhänger den steilen Weg heraufgekämpft kamen. Sie hatten ebenfalls über Funk die Nachricht gehört und wollten beim Reifenwechsel helfen. Nachdem die Situation geklärt war, ging es dann wieder weiter und wir kamen etwas später wieder an Ingonyama vorbei, der nur etwa 10m weiter als zuvor lag und sich ausruhte. Mit diesem Erlebnis machten wir uns anschließend wieder auf den Weg zurück zur Unterkunft und waren alle froh über die Erfahrung, ein so kraftvolles und schönes Tier aus nächster Nähe gesehen haben zu können.